Zensur von Traueranzeigen. Nur Blabla erwünscht?
Ich wollte in der Rhein-zeitung einen Nachruf für meinen vor 30 Jahren verstorbenen Bruder
veröffentlichen lassen mit dem folgenden Text:
Uwe Bäumer nahm sich vor 30 Jahren das Leben.
Als Kind wurde er Opfer eines Verbrechens. Im Stillen hat er schon als Kind getragen, was kein Mensch alleine tragen sollte. Am Ende war der Schmerz größer. "Manches, was einen nicht direkt umbringt, hinterlässt Wunden, die langsam töten".
Wir vermissen dich. Wir erinnern uns. In Liebe.
Die Anzeigen-Abteilung der Rheinzeitung meinte, dass ich meinen Text "entschärfen" solle, Auch der Begriff "Selbstmord"sollte am besten nicht auftauchen.
Ich bin richtig wütend. Anzeigenkunden sollen hunderte Euro zahlen, für ein vorgegebenes seichtes Blabla? Ist das noch Meinungsfreiheit im Land, wenn die Presse selbst die Maulkörbe verhängt? Einen der früheren Chefredakteure, Herr Schilling, habe ich als mutigen, aufrichtigen Journalisten mit Rückgrat erlebt. Die Todesanzeige von 1995 war viel eindringlicher formuliert. Wäre ich Abonnentin, würde ich auf der Stelle kündigen.








